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St.Pr.u.Pr.St. Alsterfee, 1995 geborene Trakehnerstute v. Vivus/Gasparone mit dem Spitznamen „Ally“, war Reservesiegerstute der Eintragung und Siegerin der Stationsstutenleistungsprüfung in Lürschau. Mit Wertnoten von 9.0 in Rittigkeit Training, Rittigkeit Fremdreiter, Leistungsbereitschaft und Galopp gewann sie die Prüfung mit Abstand. Sie ist ein absolutes Traumpferd. Groß, schwarz, bildschön, mit enormen GGA und (leider) auch noch hochintelligent. Nach der SLP war sie in Beritt im Stall Winter-Polac. Dr. Jochen Polac war total vernarrt in sie und ritt sie höchstpersönlich. Sie war traumhaft zu reiten, nur manchmal bekam sie so kleine „Aussetzter“. Dr. Polac dachte an ein medizinisches Problem und untersuchte sie auf seine Kosten von vorne bis hinten. Er kam zu folgendem Ergebnis: „In der linken Maulspalte wohnt Habicht und in der rechten Burnus!“
Dann wollten meine Mutter und Rainer es besonders gut machen und brachten sie zu Hans Jürgen Armbrust, der sie für das Bundeschampionat qualifizieren sollte. Erst lief alles glatt. Sie platzierte sich gegen ein Lot von gekörten Hengsten ganz weit vorne in einigen Reitpferdeprüfungen. Doch irgendwann nannte Armbrust keine Turniere mehr und als meine Mutter unangekündigt auf den Hof kam, um sich Ally vorreiten zu lassen, klagte er über Zahnschmerzen. Meine Mutter roch den Braten, stellte ihn zur Rede und es kam heraus, dass Alsterfee dicht gemacht hatte. Sie hatten wohl alles probiert, aber sie stand nur noch mit den Vorderhufen auf der Bande.
Meine Mutter brachte sie nach Hause, konsultierte jeden bekannten Einrenker, Tierarzt und Homöopathen. Doch Ally hatte nichts Physisches. Da ich zu der Zeit nur El Greco zu reiten hatte und diese Traumstute genau vor meiner Nase stand, schnappte ich mir einfach den Sattel und ritt mit ihr aus. Lief alles super. Als ich von einem meiner Ausritte wieder zum Hof kam, stand draußen ein kleiner Springparcours und ich dachte mir, dass man das doch einfach mal ausprobieren könnte. Funktionierte hervorragend. Kommentar meiner Mutter dazu: „Das k ann eigentlich nicht sein, Springen war nie ihre Stärke, es sei denn sie hat ein Buch darüber gelesen ...“
Wir vertieften in den darauf folgenden Wochen das Thema Springen und Ally tat so, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Auch über Geländehindernisse machte sie toll mit. Ich nannte die ersten Prüfungen. El Greco und sie waren beide 5-jährig und sie sollte in ihrer ersten Springpferde-A gegen ihn starten. Auf dem Abreiteplatz wäre ich am liebsten im Erdboden versunken. Jeder Probesprung endete damit, dass nicht nur die Stangen flogen, sondern auch die Ständer. Kalle Schulz, Olympiateilnehmer mit Madrigal, schaute sich das Ganze an und bemerkte nur, hektisch an seiner Zigarette ziehend: „Trakehner, oder?“ Sollte ich es mir antun, mit ihr vor der Holsteiner Elite an den Start zu gehen?
Ich beschloss aufzuhören, sobald die erste Stange im Parcours fiel. Es kam aber alles total anders als erwartet. Ally absolvierte die Prüfung traumhaft, bekam eine 8,2 und ließ damit El Greco mit 8,0 hinter sich. Der erste Geländeritt war ähnlich, am Ende 7. Platz. Da sie sich vor gar nichts fürchtet, ist sie bis heute eine Lebensversicherung bei jedem Ausritt.
Als sie tragend wurde, nahmen wir Ally aus dem Sport. Bis heute brachte sie uns drei Fohlen, ihr zweiter Sohn Alonso von El Greco wurde zum Hengstmarkt in Neumünster angenommen und ist gerade nach dem Anreiten und einem weiteren Sommer auf der Weide bei uns in den Stall eingezogen. So wie es aussieht, sieht er seiner Mutter zwar sehr ähnlich, ist ansonsten aber ganz der Papa. Wir hoffen, dass Alsterfee beschließt, uns noch ein paar schöne Nachkommen von El Greco zu schenken.
Alsterfee ungebrochen, absolut einmalig und unglaublich schön!
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