Trakehner Elchschaufel El Greco TSF
... denn nur die Leistung zählt!

Blog Turniersaison 2010

3, 2, 1, LOS !!!!
Die Turniersaison hat begonnen – und das gleich mit so vielen Terminen, dass ich jetzt erst dazu komme, einen kleinen Bericht zu schreiben ...

1. Großenwiehe, 28. März

Ob Großenwiehe für uns stattfindet, stand drei Wochen vorher noch in den Sternen. Die Eiszeit hatte uns noch fest im Griff und die Pferde hatten seit Monaten nichts anderes gesehen als den Stall und die Halle. Besonders für die jungen Pferde hatte ich im Vorfeld eigentlich ein anderes Training geplant. Als exakt zwei Wochen vor Großenwiehe der Süseler Reiterpark wieder eröffnen konnte, musste das Training im Zeitraffer vonstatten gehen. Alsonso, Einstein und Aplatini bekamen gleich die erste Trainingseinheit. Eine Woche später dann El Greco, Latin King und nochmal Alonso, Einstein und Aplatini. Das ging nur, weil wir einen Sonderöffnungstermin wahrnahmen und Danny Bartel Latin King und mein Vater seinen Einstein selbst ritten. Schon schnell kristallisierte sich heraus, wer schon „fit“ war für die Saison und wer noch im Winterschlaf lag. King, Aplatini und El Greco waren hoch motiviert und taten so, als hätten sie den ganzen Winter nichts anderes gemacht. Einstein, genannt Albi, war an den Hindernissen ebenfalls sehr gut, aber im Galopp zeigte er noch nicht die gewünschte Bergauftendenz. Alonso hinkte von allen am meisten hinterher. Am ersten Trainingstag faszinierten ihn eher die vielen anderen Pferde und obwohl er jede Aufgabe sofort meisterte, war er insgesamt noch sehr unsicher, was für ein junges Pferd absolut normal ist. Ich fragte mich, ob Großenwiehe nicht etwas früh für unseren kleinen Lonsi ist und bis zwei Tage vor der Veranstaltung stand nicht fest, ob wir ihn mitnehmen. Letztendlich beschlossen wir dann doch, ihn mitzunehmen und die Prüfung als Trainingseinheit zu sehen – sollte er nicht durchlaufen wäre ihm niemand böse.
   Am 28. März war es dann soweit. Nach einer sehr kurzen Nacht machten wir uns mit Aplatini, Lonsi und Albi auf den Weg Richtung Norden. Danny kam mit dem King nach. Zuerst war Aplatini ("Schnuti") in einem Stilgeländeritt der Kl.L an der Reihe. Er lief sehr gut los und machte einen tollen Job. Vorm Wasser hatten uns die Pacouraufbauer einen Tisch in den Weg gestellt, hinter dem es bergab ins Wasser ging. Die Pferde konnten erst sehen, was hinter dem Tisch ist, wenn sie im Absprung sind. Ich wollte diese kleine Hürde schön passend mit viel Schwung anreiten, was mir leider überhaupt nicht gelang. Ich verschätzte mich total und es passte hinten und vorne nicht. Schnuti machte noch einen kleinen zu, sah dabei, was ihn hinter dem Tisch erwartete, und stockte, sodass uns auch noch der Schwung für den Tisch fehlte. Schon hatten wir eine Verweigerung auf dem Konto. Beim zweiten Versuch klappte es aber ohne Probleme und Schnuti und ich beendeten den Kurs. Ganz witzig ist eigentlich, dass mir genau diese Verweigerung vor 8 Jahren an gleicher Stelle mit dem damals 7-jährigen El Greco passiert ist. Tja, wie der Vater, so der Sohn (hoffentlich in jeder Beziehung ;-))
   Danach stand für Lonsi, Albi und King die Geländepferdeprüfung Kl.A auf dem Zettel. Lonsi war der erste. Schon auf dem Abreiteplatz war er irgendwie anders als sonst. In der täglichen Arbeit kann ihn nichts aus der Ruhe bringen und man könnte ihn eher gemütlich nennen. Aber in Großenwiehe drehte er plötzlich auf. Er trabte wie eine Weltmeister, zog im Galopp wie ein Großer und war hoch motiviert. Genauso lief er dann auch durch die Prüfung. Einfach SPITZE! Dabei schien er richtig Spaß zu haben. Für den Ritt bekamen wir eine 7,2, was wohl daran lag, dass er bei jedem Sprung so tat, als wäre er 2 Meter hoch, und man nicht unbedingt vom rationellen Springen reden konnte. Trotzdem waren wir total begeistert von ihm.
   
Zweiter war dann Albi, der unglaublich aufgeregt war. Am Start wollte er wieder zurück zu den anderen Pferden auf dem Abreiteplatz und es kostete mich einige Mühe, ihn davon zu überzeugen, die ersten Hindernisse zu nehmen. So zog sich das dann durch den ganzen Ritt. Zwar wurde er an den Sprüngen besser, aber auf den Galoppstrecken zog er kontinuierlich Richtung Abreiteplatz, als hätte er einen Kompass. Das führte dazu, dass wir den gesamten Kurs zwischen den Hindernissen wie betrunken von links nach rechts eierten. Im Ziel gab es eine 6,8, mehr war es auch definitiv nicht und ich war völlig fertig. Meine Beine fühlten sich nach dem Kampf an wie Wackelpudding. Aber so ist das halt mit jungen Pferden, alles eine Frage der Erfahrung.
   
Dritter war dann King, der super gut drauf war und schon auf dem Abreiteplatz alle Blicke auf sich zog. Genauso lief er dann auch wie selbstverständlich los. Wenn ich motzen möchte, gab es an dem Ritt nur eine kleine Störung, als uns ein anderes Pferd auf der Strecke entgegen kam und King für ein eine Sekunde minimal ablenkte.  Im Ziel bekam er dann auch die verdiente Note von 8,0 und damit die erste Note für die Bundeschampionatsqualifikation. Leider wurden wir auf der Platzierungsliste damit 1.Reserve. Zufrieden mit dem Ergebnis fuhren wir wieder nach Hause. Die Saison hatte begonnen.

2. Bad Segeberg mit Aplatini (VA) und El Greco (VL)

Zwei
Wochen nach Großenwiehe dann Bad Segeberg. Am Samstag startete Schnuti mit der VA. Da die Startfolge mit A begann, war ich gleich erstes Pferd in der Dressur. Wir legten eine saubere Runde hin. Schnuti hätte vielleicht etwas frischer gehen können. Dafür bekamen wir 39 Strafpunkte. Sauberer Anfang! Auch das Springen lief sehr gut. Letztes Jahr zeigte sich Schnuti immer noch sehr unsicher am Sprung mit bunten Stangen, was zu dem einen oder anderen Fehler führte. Diesen Winter hat er aber enorme Fortschritte gemacht, was er auch gleich präsentierte. Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler brachte uns dann leider doch 4 Strafpunkte. An einem bergauf gestellten Steilsprung tickte er einmal kurz die obere Stange mit dem Hinterhuf an – die dann auch prompt fiel. Das Gelände war freundlich gebaut und nach dem harten Winter genau richtig. Wir waren auch im Gelände die ersten Starter. Schnuti lief eine Traumrunde, ohne Fehler und in der Zeit, so dass wir ein Endergebnis von 43 Punkten nach Hause brachten. Damit landeten wir auf Platz 11. Vielleicht hätten wir auch noch besser sein können, wenn wir nicht gleich die ersten in der Dressur gewesen wären. Wer weiß ...


Aplatini in Segeberg "auf Kurs"

Am Sonntag war dann endlich Gecki an der Reihe. Die Dressur lief ganz gut und wir bekamen 45 Strafpunkte. Gleich danach das Springen. Ich entschloss mich, Gecki im Springen mit normalem Gebiss zu reiten, weil er das Pellham hasst wie die Pest und damit auch nie richtig schön über den Rücken springt. International reite ich ihn immer mit Pessoagebiss/ Dreiringgebiss auf normal geschnallt. Jahrelang war es auch erlaubt national damit zu reiten, aber seit der neuen LPO hat sich das erledigt, obwohl ich es als nicht so „scharf“ empfinde wie ein Pellham. Problem an dem normalen Gebiss im Springen kann einfach sein, dass Gecki hoch motiviert den großen Gang einlegt und mir von der Hand geht,vorzugsweise am Anfang der Saison. Nicht so in in Bad Segeberg. Er ging fantastisch,war richtig in der Luft und der Parcour war einfach perfekt, bis ... Tja, bis ich ihn „angehalten“ habe ... Das hört sich jetzt erstmal total doof an, aber ich habe es wirklich geschafft, Gecki im Parcours zu stoppen. Ich war, wie gesagt, total begeistert von ihm, ritt eine Kombination an, aus der er auch nur so rausflog, gleich danach kam bergauf auf gebogener Linie ein unspektakulärer Oxer. Vor lauter Begeisterung ritt ich den Bogen zu flach. Um das wieder auszugleichen hätte ich einfach nur nach vorne reiten zu brauchen und mit einem Galoppsprung weniger die Distanz zu meistern. Ich entschied mich dann aber, mit allen Mitteln diesen Galoppsprung in den zu kleinen Bogen reinzuquetschen und fing an zu zuppeln und zu bremsen. Fazit dieser Fehlentscheidung: Ich nahm Gecki jeglichen Schwung, genug Platz konnte ich mir durch mein Gezuppel auch nicht verschaffen, es passte hinten und vorne nicht und Gecki zog im wahrsten Sinne des Wortes die Notbremse. Das brachte uns 4 Strafpunkte für die Verweigerung und 12 Strafpunkte für Zeitüberschreitung. Total verbockt! Rainer und meine Mutter waren fassungslos und ich fühlte mich wie ein Reitanfänger. Damit katapultierte ich mich auch noch von einem vorderen Platz in der Dressur irgendwo in die hinteren Ränge.
   
Das Gelände war wie am Vortag sehr schön und fair aufgebaut. El Greco war im Cross super drauf und fraß geradezu die Hindernisse. Ich hatte das Gefühl, wenn er gewusst hätte wo es langgeht, wäre ich oben drauf völlig überflüssig gewesen. Ohne weitere Strafpunkte kamen wir ins Ziel. Wäre mir diese Sache nicht im Springen passiert, wären wir auf dem vierten Platz gelandet, so waren wir 3. Reserve. Mist ...

3. Luhmühlen mit Latin King und Einstein in der Geländepferde-A

Am M
ittwoch, den 14. April, waren wieder die Youngster an der Reihe. Leider durfte ich nur mit zwei Pferden starten, sodass ich Lonsi zu Hause ließ. Der Kurs war anspruchsvoll, aber sehr gut durchdacht. Nach einigen Einlaufsprüngen kam erst ein überbauter Graben, danach ein Aufsprung und dann ein in einer Wellenbahn gelegener offener Graben. Danach ging es zum Wasser, wo man erst einmal durchreiten musste und gleich danach aus einem Bogen über einen Tiefsprung ins Wasser rein und aus einem Aufsprung wieder raus springen musste. Zuerst war Albi an der Reihe. Er war diesmal bereits auf dem Abreiteplatz um einiges entspannter. Genauso lief er dann auch im Gelände los, diesmal ohne Zickzack zwischen den Hindernissen. An dem offenen Graben zog er dann leider einmal die Bremse, schaute sich das Ding nochmal an und sprang beim zweiten Mal brav rüber. Wie vielleicht bekannt, ist Luhmühlen für mich ein Ort, den ich weniger mit Erfolg verbinde als vielmehr mit unschönen Erlebnissen wie fliegende Eisen, einen Köpper ins Wasser, unverständliche Steher oder als Höhepunkt mein Sturz, bei dem ich mir beide Ellenbogen und das Schlüsselbein brach. Wie hätte es auch anders sein sollen, beim Wassereinsprung strauchelte Albi und um ein Haar hätte ich beinahe wieder mit Pferd im Luhmühlener Wasser gelegen. Er fing sich aber Gott sei Dank und wir konnten den Kurs ohne weitere Probleme beenden. Durch den Steher und die daraus resultierende Zeitüberschreitung gab es als Endergebnis eine Note, die nicht gerade erwähnenswert ist. Der Lerneffekt war allerdings groß!



Einstein sammelte in Luhmühlen Erfahrung

King war an diesem Tag wirklich schlecht drauf. Wenn man davon ausgeht, dass Pferde an einigen Tagen auch mal Kopfschmerzen haben und dementsprechend nicht so gut gehen, hatte King an dem Tag Migräne. Er bockte schon auf dem Abreiteplatz und hatte die Ohren so hinten am Kopf, dass er aussah wie eine Gewitterhexe. So starteten wir auch ins Gelände. Die Sprünge 1 bis 5 waren gut, bei dem überbauten Graben erschrak er sich und wir machten eine Vollbremsung, bei der er sich auch noch ein Eisen abzog. Beim zweiten Anreiten merkte ich schon, dass er etwas empfindlich ohne Eisen lief und mein Versuch wurde etwas halbherzig, den King genauso quittierte. Passiert halt mit jungen Pferden – kein Grun,d den Kopf in den Sand zu stecken, das nächste Mal wird es besser. Wäre ja auch zu einfach gewesen, sich gleich bei der zweiten Geländepferde die nächste 8 abzuholen. Wer will schon einfach! Hätte mir aber auch schon im Vorfeld denken könne, dass das in Luhmühlen nichts wird ;-)

4. Bredeneek, 18. April, mit El Greco im CIC**

Der Termin von Bredeneek lag denkbar ungünstig. Rainer hatte einen Abend vorher groß in seinen Geburtstag reingefeiert. Nach nur 2½ Stunden Schlaf kam ich auf dem Turnierplatz an und machte gleich fertig für die Dressur. Gecki schien nachts sehr viel besser geschlafen zu haben als ich und ging bombastisch. Letztes Jahr hatten wir ja noch ordentlich Probleme, weil gleich neben dem Viereck der Stall mit Paddockboxen liegt und alle Pferde draußen standen. Dieses Jahr hatte der Veranstalter alle Pferde in die Boxen verbannt. An dieser Stelle vielen Dank dafür!!!! Meine Dressur war nahezu fehlerlos. In einer Hinterhandswendung drehte er wohl einmal da, wo eigentlich ein Tritt sein sollte, trat dann aber ordnungsgemäß weiter, ansonsten hatte ich eine tolle Anlehnung, super Aufrichtung und auch sonst alles klasse am Punkt mit Spitzen-Übergängen. Während ich so eine Dressur mit Einzelnoten und zwei Richtern reite, neige ich dazu, mir nach jeder Lektion zu überlegen, was ich dafür wohl für eine Note bekomme. So schwankte ich z.B. in meinen Verstärkungen zwischen 8 und 9 und meiner letzten Grußaufstellung, die geschlossen am Punkt und schön hinten dran war, mindestens 9. Ich bin da wirklich kritisch, aber Gecki ging einfach toll! Auch beim Rausreiten wurde ich von Zuschauern angesprochen, was das für eine tolle Runde war und dass ich damit vorne liegen müsste. Hoch zufrieden ritt ich zum Springen. Auch dort lief alles wie geschmiert. Null Fehler und keine Aussetzer meinerseits. Bei allen anderen Teilnehmern sagten sie im Ziel immer gleich die Note von der Dressur an, nur bei mir nicht. Ich brachte erstmal Gecki wieder zum Anhänger und ging dann Richtung Geländestart, wollte aber vorm Abgehen noch unbedingt wissen, was für ein Dressurergebnis ich hatte. An der Meldestelle hatten sie noch keine Ergebnisse, sagten mir aber, dass ich auf dem Richterturm am Springplatz fragen könnte. Also eierte ich dahin. Als ich meine Ergebnis endlich mitgeteilt bekam, ging mein Gesicht runter wie ein Fahrstuhl. 53,6 Punkte!!! Was für eine Unverschämtheit! Im Laufe der Jahre hab ich nun wirklich gelernt, gefühlsmäßig schon ganz gut einordnen zu können, wo ich punktmäßig nach der Dressur liegen könnte. 53,6 Punkte und mein Gefühl lagen an diesem Tag weit auseinander. Es führte Andrew mit 37,8 Strafpunkten und ich war mit meinem Ergebnis jenseits der Platzierungsränge. Als ich später die Protokolle abholte und mir anschaute, kochte ich beinahe vor Wut. Zwei Richter, zwei Meinungen, das ist klar – aber ich hatte zwei Richter mit der Meinung, dass meine Dressur nicht top war, aber das aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen: Richter bei C fand meine Dressur zu eilig und meine Versammlungen wären nicht  gut genug gewesen, Richter bei E war meine Runde zu lasch und zu schwunglos. Wenn der eine mir eine 7 oder 8 verpasste, gab der andere mir eine 5 oder 6 und umgekehrt. Besondere Highlights in den Protokollen: Eine 6 im Mitteltrab! Neben der Note die Bemerkung: Hand mehr vor! An dieser Stelle muss ich hier eines mal klar stellen. Viele Buschpferde sind keine Bewegungskünstler, wenn Gecki Gas gibt und in einer Trabverstärkung losstratzt ist das im Vergleich niemals eine 6!!! Wenn ich in einem Starterfeld mit Heike Kemmer, Isabell Werth usw wäre, dann vielleicht, aber niemals in einer VS-Dressur. Und was dieses "Hand vor" soll, weiß ich auch nicht, ich hatte nichts in der Hand und Gecki wird von alleine vorne größer, wie man auf vielen Bildern sehen kann. Dann meine zweite Hinterhandwendung – nicht die, in der er kurz das Bein stehen ließ, sondern die zweite in die andere Richtung, die in meinen Augen perfekt war. Laut Protokoll 5! Kommentar: Zu klein! Wenn mir irgendjemand erklären kann, wie eine perfekt getretene Hinterhandswendung zu klein sein kann, ohne das man umfällt, der soll sich bitte bei mir melden. Noch ein Highlight der Protokolle: eine 6 in meinem Mittelgalopp. Aus meiner Sicht toll entwickelt, super Rückführung in den versammelten Galopp, Gecki wurde dabei hinten richtig kleiner und schob unter.  Kommentar: Übergang zu hart! ??? Häh??? Dann noch meine letzte Grußaufstellung: 5! Kommentar: Abrupt! Tja, das Halten vom Trab in den Stand ist nun mal so, oder hätte Gecki noch im letzten Trabtritt länger verweilen sollen, um dann in Zeitlupe zum Stehen zu kommen??? Man man man, ich weiß schon, warum ich nicht nur Dressur reite! Mit dieser Richterwillkür könnte ich nicht leben, da würde ich wohl mit dem Reiten aufhören!
   Aber zurück zum Geländeteil: Der Kurs war wie gewohnt in Bredeneek anspruchsvoll, bei super Boden und knapper Zeit. Gecki war auf dem Abreiteplatz extrem ruhig und ruhte in sich selbst, was mich immer nervös macht. Als es zur Startbox ging, wachte er aber wieder auf – und bei los ging es auch los. Er lief super. Der ganze Kurs war wie an einer Schnur gezogen. Wenn ich meckern will, dann war mein Wasser (mal wieder) nicht 100%, weil ich beim Einsprung etwas nach vorne fiel (ist laut Video Andrew Hoy aber auch passiert/ Video übrigens auch mit kleinem Ausschnitt von Gecki und mir unter www.german-eventing.de). Ansonsten alles toll. Mit ein paar Zeitfehlern kamen wir ins Ziel. Endergebnis der gesamten Prüfung: Mit 0,6 Strafpunkten Rückstand zum nächsten wurden Gecki und ich erste Reserve. Gefühlsmäßig haben wir die Prüfung übrigens gewonnen! Besser hätten wir nicht sein können!

Trotzdem ist wohl noch jemand nach dem Gelände zu meiner Mutter gekommen und musste ihr erzählen was ich am Wasser hätte alles besser machen hätte können. Jemand der selbst nie Vielseitigkeit geritten ist, der überhaupt nie groß geritten ist!!! Da das immer wieder passiert, möchte ich an dieser Stelle wirklich mal etwas los werden: Es ist eine Unverschämtheit, wenn Menschen, die selbst reiterlich nie etwas vom Hocker gerissen haben, sich anmaßen, Ritte zu kommentieren! Leistungsklasse 1 am Rand sind wir alle, aber manchmal ist Schweigen tatsächlich Gold! Ich nehme gerne Ratschläge an, aber ich muss mich nicht von Leuten belehren lassen, die niemals selbst einen solchen Kurs geritten sind. Wenn etwas nicht optimal war, weiß ich das, und dann kann man sich gerne darüber unterhalten, aber Belehrungen gehören da nicht rein. Ratschläge kann ich mir von Mitstreitern und Trainern holen, die übrigens auch die einzigen sind, von denen ich gerne Belehrungen annehmen und die das komischerweise auch nicht so negativ rüberbringen, wie oben gemeinte Personen. Das hat dann für mich auch nichts mehr mit sicherem Auftreten bei totaler Unwissenheit zu tun, sondern mit Klugscheißerei – und, ehrlich gesagt, ärgere ich mich auch über so ein Verhalten.

So, die Saison hat wie gesagt begonnen. Als nächstes steht die VA in Luhmühlen auf dem Programm. Danach werden wir nicht, wie in den letzten Jahren, nach Marbach zum CIC3* fahren, sondern hier oben im Norden bleiben. Am Freitag wird Lonsi ein paar Jungpferdeprüfungen in Lübeck-Wulfsdorf laufen und am Samstag wird Schnuti seine erste VL laufen. Um Gecki in Gang zu halten, wird er ebenfalls Süsel laufen. Wir haben uns für Süsel und gegen Marbach aus zwei Gründen entschieden: 1. Aplatini soll dieses Jahr aus dem VA- Bereich hin zum CIC* /**gefördert werden, dafür muss er vorher VL gelaufen sein und noch sehr viel mehr Routine bekommen. Da Gecki und ich nicht unbedingt für Kentucky vorgesehen sind,wird es wohl nicht so schlimm sein. 2. Die 13 Stunden Fahrt sind wirklich abschreckend! Nach Süsel fahren wir eine halbe Stunde ...


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